Startseiteschmuckdesign

"Grosser Strahler" (2007) -


In diesem informativen Teil der Website sollen Einblicke in den Hintergrund und das "Handwerk" gewährt werden. Eine Einrichtung für diejenigen, die das interessiert - gleichzeitig für mich aber auch das Feld für eine Art Standortbestimmung ...

Design als gesondertes Berufsfeld, und hier im speziellen Fall Schmuckdesign ist historisch gesehen ein Kind der Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Sinne einer ökonomischen Optimierung des Produktionsprozesses wurde dieser zunehmend in viele kleine Teilprozesse zerlegt, die auch von angelernten Arbeitern bewältigt werden konnten. Die Produktgestaltung im Vorfeld der Produktion wurde konsequenterweise in die Hände von Spezialisten gelegt ... das waren zunächst oftmals bildende Künstler, später dann an Werkkunstschulen ausgebildete Fachkräfte.
Heute werden Schmuckdesigner an Fachhochschulen (Diplomstudiengänge) und an Berufkollegs (staatlich geprüfte Designer) ausgebildet.

Design als Instanz der Erneuerung

Im vorangegangenen Abschnitt wird ein Bezug zwischen Design und Bildender Kunst deutlich, der seit Beginn dieser Spezialisierung immer gegeben war. Die Ausbildung eines Designers ist bis heute in hohem Masse durch künstlerische Fächer und Anschauungen geprägt. Und das hat gute Gründe.
Der Kunst wird die Funktion der geistigen Erneuerung zugesprochen. Methoden der zeitgenössischen Kunst sind Perspektivwechsel, Dichtung, Kontextverlagerung, Verunsicherung, Neudeutung, die Überwindung von Gewohnheiten zugunsten einer vitalisierenden Neuorientierung. Ziel ist u.a. die Generierung eines starken, unverbrauchten Vokabulars innerhalb der visuellen Kommunikation ...
Die Aufgaben und Ziele des Designs sind ganz ähnlich gelagert, wenngleich auch durch die direkte Marktbezogenheit meistens nüchterner formuliert. Es geht im Produktdesign um die Entwicklung funktionaler und zielgruppengerechter Produkte, die sich u.a. durch charakteristisches oder innovatives Design positiv von Konkurrenzprodukten abheben sollen. Die angewandten Methoden kommen dabei häufig aus der Kunst. Design ist zu einem wichtigen Faktor im Marktwert eines Produkts geworden. Gutes, ansprechendes Design erhöht die Qualität eines Produktes. Was "ansprechend" ist, definiert sich über die Vorlieben und Empfänglichkeiten der jeweiligen Zielgruppe. Es steht in einer bestimmten Relation zum bisher da gewesenen.




Schmuckdesign und Internet

Im Bereich Schmuck gibt es aktuell eine grosse Vielfalt parallel existierender Stile und Richtungen. Diese Stilvielfalt bedient die Ansprüche unterschiedlichster Gruppen innerhalb einer offenen, pluralistischen Gesellschaft. Das Angebot übertrifft dabei zur Zeit - zumindest im Internet - bei Weitem die Nachfrage, wenn man einer Analyse die von Google angezeigten Werte zugrundelegt (Google AdWords Keyword Suggestion Sandbox).
In dieser Situation ist es, denke ich, wichtig, ein eigenes Profil zu entwickeln und zu konkretisieren. Das ist ein Markterfordernis. Das zielt darüberhinaus aber auch auf eine Ergänzung des vorhandenen Spektrums und auf eine Erweiterung der Lebenswelt ab. Nicht zuletzt ist dann die Öffentlichkeit Nutzniesser neuer und in formaler Hinsicht unverbrauchter Produkte. Und so in etwa lässt sich der gesellschaftliche Auftrag an den Designer definieren ...

" lepompier-schmuckdesign " ist der Titel eines Internetprojektes, mit dem sich ein 2002 in die Wirklichkeit entlassener angehender Designer für Schmuck und Gerät einen Markt für seine Produkte erschliessen wollte ... doch so ein Kindchen will sorgsam gepflegt werden.
Fazit nach 6 Jahren Internetpräsenz : dieses relativ komplizierte und sich schnell wandelnde junge Medium hatte in mancherlei Hinsicht seine Tücken. Das Arbeitsfeld verlagerte sich zunehmend weg vom Werktisch und hin zum oft sehr zeitintensiven Webdesign, inclusive SEO. Die Produktfotografie wurde im Zusammenhang mit der Websitegestaltung und Produktpräsentation sehr wichtig. Das waren Bereiche, die ich mir "nebenher" erarbeiten musste. Die Motivation lag in der Faszination des neuen Mediums, das öffentliche Publikations- und Informationsstrukturen für einen großen Anwenderkreis verfügbar machte und bei entsprechendem Know-How auch die Ansprache eines großen Publikumskreises ermöglichte. Das Internet schien die Lösung für eine Direktvermarktung zu bieten ...

Die Akzeptanz für das Schmuckangebot im Internet war bei vielen Konsumenten lange mit Vorbehalten belegt. In den letzten 2 Jahren hat sich die Haltung der Konsumenten hier aber deutlich verändert. Dies äussert sich u.a. auch darin, dass z.B. das Portal für handgemachte Produkte " Dawanda" mit einem breitgefächerten Schmuckangebot inzwischen wesentlich präsenter und besser besucht ist, als in 2007, als ich dort erstmalig meine Produkte einstellte. Im März 2011 teilt Dawanda folgende Zahlen über den aktuellen Newsletter mit: 1,5 Mio. Produkte im Angebot,95.000 eröffnete Shops,7 Millionen Besuche und insgesamt 100 Millionen Seitenaufrufe - jeden Monat!
Die Einrichtung eines Shops bei Dawanda ist unkompliziert und zur Zeit eine echte Alternative zur eigenen Homepage, weil man damit quasi sofort den Anschluss an einen gut beworbenen Markt findet. Die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung einer eigenen Website ist wesentlich schwieriger und benötigt einen längeren zeitlichen Vorlauf, bis die Produkte in den Suchergebnissen gut positioniert sind.






Konzepte und Wege zum Modell

"Schmuckdesign zwischen floraler Form und technischer Attitüde" ist der Titel des aktuellen Konzepts der vorliegenden Website. Diese Wahl hat ihren Grund zum Einen in einer persönlichen und ganz subjektiven Vorliebe, zum Anderen aber auch - wie gesagt - in der Notwendigkeit, innerhalb eines unübersichtlichen Marktes mit einem klaren und eigenständigen Profil wahrgenommen zu werden ... Ich möchte mit meiner Arbeit zu einer Ergänzung des gegenwärtigen Schmuckangebots beitragen.

Das vorgenannte Konzept bezeichnet eine Entscheidung in ästhetischer Richtung... daneben gibt es natürlich auch die rein Gestalterischen Konzepte. Gestalterische Konzepte sind temporär eingesetzte Vehikel, die dazu dienen, neue Perspektiven in Bezug auf die bekannten Aufgabenstellungen zu eröffnen ... und damit neue Lösungen zu ermöglichen. Sie bilden die Grundlage für Projekte wie z.B "Karge Drahtmontagen" im Sommer 2006. Hier wurde der Draht und seine Analogie zur Linie zum Gegenstand der Betrachtung. Ausgangspunkt war ein ästhetisches Erlebnis mit Schrottmaterialien in der kargen Berglandschaft Südfrankreichs ... die Ergebnisse sind z.T. noch unter der Rubrik Halsschmuck und Anhänger präsent ("Kreuz Silber 925", "Fischanhänger abstr.").
Ein wiederkehrendes Gestaltungskonzept bei lepompier ist die Ebenenüberlagerung bei der Arbeit mit Blechen ... durchbrochene Ornamente wirken wesentlich interessanter, wenn sich verschiedene Ebenen hintereinander staffeln und so eine Tiefenwirkung erzielt wird. Zu diesem Zweck werden zwei oder mehrere entsprechend gestaltete Bleche miteinander verlötet oder verschweisst ... quasi zu einem neuen Ganzen addiert.
Die Fortentwicklung dieses Konzeptes führte schliesslich zum umgekehrten Weg, nämlich dazu, die gedachte Endform, in diesem Fall ein Ring, in Teilformen zu zerlegen, diese Teilformen substrahierend - oder auch addierend - zu gestalten und anschliessend wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen ...
Hier ergab sichfür mich auch eine "Schnittstelle" zur CAD-Technologie, die im Zusammenhang mit dem Rapid Prototyping eine rein zeichnerische Modellentwicklung ermöglicht. Seit Herbst 2008 beschäftigte ich mich mit der CAD-Software Rhino3d. Schmuckdesign wird unter Einsatz dieser sehr effizienten Technik zunehmend zur Kopfgeburt ...





rankenornament (2001) -


lepompier ist kein Konzeptkünstler. Nein. Dafür ist er viel zu sehr auch Sammler mit Spass am Arrangieren von Fundobjekten und anderen Teilen aus dem kontinuierlich wachsenden Fundus. Besonders angetan haben es ihm Fundobjekte mit organischen oder floralen Formen. Diese werden zunächst über den " Guss der verlorenen Form " in eine metallische Identität überführt und dann häufig als Objekt-Applikationen kontrastierend zu einer konstruktiv-kühlen Formgebung in Beziehung setzt. Die These: Gegensätze erzeugen Spannung. Dies gilt auch formal ...


Hier schliesst sich vorläufig der Kreis: Wenn der Beruf des Designers in einem geschichtlichen Schnittpunkt entstand, an dem dem vormals gestaltenden Handwerker zunehmend seine Kompetenz genommen wurde - wie im ersten Abschnitt dieser Seite beschrieben - dann hat sich hier der Designer wieder zum universell gestaltenden Handwerker entwickelt, der auf eigene Rechnung seine Modelle entwickelt und im direkten Vertrieb veräussert ...




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